geschrieben von rpinfo.de 02.08.2012

 

Gerade mal ein knappes Jahr dürfte es der bisherige Flächennutzungsplan Bestand gehabt haben, dem zufolge zwischen Simmern und Kirchberg keine Windkraftanlagen auf dem Soonwald erstellt werden sollten. Jetzt greifen die Gemeinden Tiefenbach, Sargenroth, Mengerschied, Holzbach, Mutterschied, Ohlweiler, Ravengiersburg den bestehenden Flächennutzungsplan an.

Sollte dies Bestand haben, kommt es zur flächendeckenden Umwandlung des Landschaftsschutzgebietes Soonwald in ein Industriegebiet. Gerade eben erst haben sich die führenden Umweltorganisationen für einen besonderen Schutz des Soonwaldes aufgrund seiner Hochwertigkeit ausgesprochen.  Die Protestwelle in der Bevölkerung erreicht immer weitere Kreise. Kürzlich kamen auf dem Beller Markt an einem Tag fast 700 Unterschriften gegen Windkraft im Soonwald zustande. Die Bürger überrannten den Stand regelrecht. In ganz Deutschland wird mittlerweile die chaotische Windkraftentwicklung in der Hunsrück- und Soonwaldregion beachtet. Erst kürzlich distanzierte sich der Westerwaldkreis davon.

Bereits in vor einigen Wochen haben die Grünen im Kreis Bad Kreuznach gegen ihre eigene Wirtschaftsministerin Eveline Lemke Front gemacht und den Vorwurf erhoben, dass sich das Ministerium einer ordnenden Regelung verweigere, um einzelnen Bürgermeistern, Gemeinden und Firmen zum Vorteil zu wirken. Dann wurde die Ausweisung der Kernzonen für den Naturpark/Nationalpark angekündigt, wodurch die Windkraftaufstellung erheblich eingeschränkt werden würde. Nachdem bekannt wurde, dass besagte Gemeinden die Flächennutzungspläne angreifen wollen, hat offenbar das Ministerium die Kernzonen erneut aufgeschoben und ein mehr als einjähriges Vorlaufverfahren dafür vorgesehen.

Naturschützer und Umweltverbände sehen sich hierdurch bestätigt, dass die grünen Ministerien den Naturschutz planmäßig aushebeln zu Gunsten wirtschaftlicher Interessen. Der Widerstand in der Bevölkerung wird derweil von Tag zu Tag stärker.

Doch die betreffenden Gemeinden am Soonwaldrand bleiben davon unbeeindruckt. Sie wollen das Landschaftsbild und den Naturschutz opfern.